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KULTURSOMMER SÜDSTADT 2004

26.04.2004


Wer - was – warum – wie bitte? Warum die Jahreszahl, wer steckt dahinter, um was geht es, welche Kultur, meinen Sie, wie ist das alles entstanden? Fragen! Viele Fragen, die in den letzten 2 Monaten immer wieder an uns gestellt werden. Sodenn, sei hiermit versucht Licht ins Dunkel zu bringen.

Beginnen wir mit der Personalfrage. Wir – das war am Anfang eine , dann vier engagierte Künstlerinnen , die durch eine wohl eher typisch weilbliche „Trommel und Netzwerkarbeit“, also durch Ansprechen und Rumtelefonieren, bald viele , ungefähr dreißig Künstler aus der Südastadt und deren direkter Peripherie an einen Tisch brachten, um gemeinsam zu überlegen, ob es sinnvoll wäre, ein Forum zu bilden, das die Menge und spannende Vielfältigkeit der in der Südstadt ansässigen Künstler transparenter machen kann. Bereichernd an diesen ersten Zusammenkünften war von vornherein, dass Künstler, der unterschiedlichsten Disziplinen zusammenkamen, also sich Literaten mit Musikern, Schauspieler mit Malern, Fotografen mit Designern usw. darüber unterhielten.

Gleichzeitig bestand seitens des Büros für Stadtteilentwicklung Südstadt der Wunsch, in diesen Sommer eine Kulturwoche auf die Beine zu stellen. Außerdem wurde von dieser Stelle aus in Zusammenarbeit mit dem Institut für Städteplanung der Uni Karlsurh, im vergangenen Jahr ein Workshop initiert, in dem es um die Frage der Aufwertung des zentralen Werderplatzes ging. Ein Element der Planung dieses Workshops war ein Pavillion, der zu Kommunikationszwecken auf den Werderplatz gebaut und genutzt werden sollte.

Beim Stichwort „Kommunikation“ also trafen sich die Interessen der Künstler und die des Büros für Stadtteilentwicklung Südstadt. An einen fest gebauten Pavillion jedoch, war in der Kürze der Zeit – bis zum Sommer – nicht zu denken. So entstand die Idee eines temporären Baus – dem ehemaligen Baucontainer - der multifunktional zu Bühne, Informationsstand, Galerie und Raum für Inszenierungen umgebaut werden sollte. Der KULTURSOMMER SÜDSTADT war aus der Taufe gehoben. Von diesem Zeitpunkt an begann wirbelnde Dynamik und eine sehr arbeitsintensive Vorbereitung des Projektes, denn....

....um möglichst vielen Künstlern die Chance zu geben, sich darzustellen, wäre eine Woche nicht genug gewesen. Also entschieden wir uns für den 3-monatigen Zeitraum von Mai bis Ende Juli. Einweiterer Grundgedanke war, dass sich nicht nur Profi-Künstler sich darstellen, sondern auch kunstschaffenden Bürgern anderer Berufe die Möglichkeit gegeben werden sollte, Einblicke in ihre künstlerischen Arbeiten zu gewähren. Ein Gradwanderung zwischen dadurch evtl. zu befürchtender Beliebgigkeit und dem bestehenden Anspruch nach Qualität galt es somit zudem zu bewältigen. Es ist gelungen. Der sich gerade im Bau befindende Pavillion wird ab 8. Mai im schnellen Wechsel von 2 – 3 Tagen, jeweils mit ganz unterschiedlichen Programmpunkten bespielt und bestückt werden. Dabei ist eine Abfolge geschaffen worden, die erstaunlich, interessant, lebendig und dennoch von beachtenswertem Niveau ist. Letzteres stand zuerst fest. Nun aber mussten auch Strukturen dafür geschaffen , d.h. Programme und Plakate gedruckt, Pressearbeit geleistet, Sponsoren gefunden, Container besorgt und umgebaut, und, und und...... werden.

Unterstützung bekamen wir ziemlich bald von Seiten des Kulturamtes, finanziell von Seiten des Amtes für Stadtentwicklung und dem Büro für die Berwerbung Karlsruhes zur Kulturhauptstadt 2010 , aber auch von vielen Gewerbe- und Handeltreibenden sowie den kleinen und mittleren Handwerksbetrieben der Südstadt. Zwar ist immer noch ein ganz beachtlicher Brocken an Mitteln aufzubringen, aber auch hier sind wir zuversichtlich und glauben, dies im Laufe der KULTURSOMMER – Zeit auch noch begleichbar sein wird.

Was aber bewog uns, eine solche Transparenz anzustreben ? Sicherlich gäbe es darauf etliche Antworten. Eine aber dürfte das Interesse aller umfassen:

Wenn ein Stadtteil lebendig sein und damit ein hohes Maß an Lebensqualität bieten soll, ist es notwendig, dass Handel und Gewerbe blüht und eine tolerante, freundliche und angenehme Atmosphäre besteht. Stirbt Handel und Gewerbe, entwickelt sich eine Schlafstadt, in die man nur zurückkehrt, um sich dort ins „Private“ zurückzuziehen. Ansonsten aber hält man sich nicht lange auf und geht zum Einkauf, zur Zerstreuung oder sozialen Aktivitäten woanders hin. Anonymität und Kälte ist die Folge, soziale, ethische und ästhetische Verwahrlosung vorprogrammiert.

Die Anwesenheit von Künstlern und deren Ateliers und Arbeitsstätten jedoch, können bereits einen starken Magnet bilden. Außerdem haben Künstler die Kompetenz von Impulsgebern. Durch ihre oft unorthodoxere Herangehensweise, Probleme zu lösen oder Dinge aufzufassen, liegt hier ein Potential, das weit über deren künstlerische Arbeiten hin von sozialem Wert sein dürfte.

Künstler wiederum brauchen Freiraum und damit auch weitgehendst ökonomische Unabhängigkeit, um sich diese Qualitäten bewahren zu können. Wenn also Handeltreibende und Künstler eine Einsicht über diese Art des Gebens und Nehmens aufbringen könnten, kann ein Milieu wachsen, das für beide Seiten höchst gewinnbringend ist. In der Praxis könnte dies darin bestehen, dass die Kunden des Handels auf die ansässigen Künstler aufmerksam gemacht werden, dass regelmäßige Ankäufe oder sonstige Aufträge an die Künstler vergeben werden, dass sie in Strukturprozesse gegen Entgelt mit einbezogen werden, dass ihre ästhetischen Kompetenzen gefragt und immer wieder herausgestellt werden, dass Ateliers im Namen von Firmen für deren Kunden geöffnet werden usw. Dadurch erweitert sich der Kundenkreis der Künstler, was ihnen entsprechend ökonomisch den Rücken frei hält. Gleichzeitig kann sowohl die Innovationsfähigkeit der einzelnen Betriebe durch den ständigen Dialog mit den Künstlern enorm davon profitieren, die Anziehungs-kraft des Stadtteils gleichermaßen. Dies wäre ein Prozess sehr fruchtbarer Zusammenarbeit.

Mit dem KULKTURSOMMER SÜDSTADT 2004 wollen die teilnehmenden Künstler, (alle treten ohne Honorar auf,) diese Qualitäten unter Beweis stellen. Wir hoffen, dass der Funke überspringt, nicht zuletzt auch hinsichtlich der noch fehlenden Mittel für die letztendliche Finanzierung des KULTURSOMMERS SÜDSTADT 2004.